Digitalisierung: Mittelstand beschränkt sich selbst

Aktualisiert: 27. Aug 2019


Vieles, was im Mittelstand unter Digitalisierung des Geschäftsmodells läuft, ist nach Ansicht von Stephan Wegerer, Experte für Digitalisierung, Flickschusterei und nicht dazu angetan, den aktuellen Herausforderungen zu begegnen. Maximal 20 Prozent der mittelständischen Familienunternehmen verfügten derzeit über ein digitales Geschäftsmodell im weitesten Sinne, schätzt Wegerer, der bereits einige Unternehmen bei der Suche nach einem zukunftsfähigen Geschäftsmodell begleitet hat. „Manche bringen Digitalisierung in ihr Geschäftsmodell, indem sie zum Beispiel Sensorik für Predictive Maintenance nutzen“, erklärt er. „Doch für die meisten erschöpft sich die Digitalisierung des Geschäftsmodells mit der Erhöhung der Effizienz. Damit versuchen sie, Schnelligkeit und Transparenz zu gewinnen. Leider betrachten die meisten Transparenz als Kontrolle und damit können sie die Mitarbeiter nicht überzeugen. Die werden eher bremsen und damit sind weitergehende Projekte schon gescheitert.“ Wenn Unternehmer beziehungsweise die Geschäftsführung nicht dafür sorgten, dass die Mitarbeiter verstehen würden, dass es bei der Digitalisierung um die Zukunftsfähigkeit des Unternehmens gehe und auch entsprechende Ziele und Anreize setzen würden, könnten sie keine Unterstützung erwarten. „Darüber hinaus betrachten viele Unternehmer, gerade wenn die Firma produzierend tätig ist, die Digitalisierung durch die Industrie 4.0-Brille. Die Kundenperspektive bleibt dabei außen vor“, fügt Wegerer hinzu. „Bei fast allen Unternehmen fehlt ein Technologiemanagement, das für das Unternehmen relevante neue Technologien identifi